In Ruanda dauert alles ein bisschen länger, Uhrzeiten werden nicht so genau genommen. Klingt komisch, ist es aber nicht! Auch coffeekult muss sich dem Pulsschlag des Landes anpassen. Wir wollen hier nicht mit Klischees aufwarten, aber die Einheimischen sagen uns das selbst immer wieder: Ein Termin ist zwar fixiert, aber es kann halt etwas dauern, bis er dann tatsächlich stattfindet.
Was man dagegen tun kann? NICHTS! Einfach alles so akzeptieren, wie es ist, man kann es sowieso nicht ändern! Und irgendwie will man es auch nicht ändern!
BUT coffee first!
Auch wenn es langsam langweilig wird: Ihr wisst ja – coffeekult startet mit seinem eigenen Kaffee in den Tag! Heute dürfen wir in RUTU den Vater von Josias mit coffeekult-Kaffee bewirten. Es ist uns wieder einmal eine Ehre. Peter kennt zwar ruandischen Kaffee, aber mit einem coffeekult-Kaffee aus Ruanda, aus der French Press, hatte er sichtlich seine Freude! Das sind für einen Röster sehr persönliche Momente, für die wir einfach dankbar sind.
Schiff ahoi!
Dann geht es – wieder einmal – ab ins BOOT! Der gestrige Wellenritt ist vergessen, dieses mal geht es sehr gemütliche 30 Minuten wieder zur Coocamu Cooperative. Dort ist der Urspung vieler coffeeklult Tassen Kaffee!
Die Coocamu Cooperative direkt am Kiwusee hat genau 368 Mitglieder und bei einigen von ihnen will coffeekult einen Besuch abstatten. Der Weg führt uns von der Coocamu Cooperative hinauf auf einen Hügel, entlang vieler Bananenbäume und Kaffeepflanzen. Zugegebene – auch als Tiroler kommt man hier etwas ins Schwitzen, weil es einfach sehr schwül ist.
ABER man hat immer einen sensationellen Rück-Blick, direkt auf den Kiwusee. Dort oben treffen wir einen Mitarbeiter der Coocamu Cooperative, der zugleich auch Pastor ist. Inmitten einer Straße, im Angesicht der umliegenden Armut der Menschen, spricht er einen Segen aus – für die Coocamu Cooperative, coffeekult und die ganze Welt. Ein sehr bewegender Moment, einer von vielen in diesen Tagen!
Beschwingt geht es dann wieder, nach sehr persönlichen Besuchen bei den Bauern, hinunter zur Kooperative. In einem kleinen „Dorfladen“ kaufen wir noch ein paar „Biskuits“ ein, ein sehr willkommenes Geschenk für die Kinder, die rund um die Kooperative wohnen, deren Eltern den Kaffee liefern.
Wir als Europäer würden das hier vielleicht als „Armut“ beschreiben. Die Menschen haben Gewänder an, die sie sicherlich seit Wochen und sogar Monaten tragen, aber mit einer absoluten Selbstverständlichkeit.
Es ist immer der eigene Blick und der von außen, der die Wahrnehmung prägt…. aber eigentlich ist das ja die falsche Wahrnehmung. Normalität ist das, was vorherrscht!
Verschiedene Kulturen, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Sprachen – aber Spaß und Frohsinn und ein nettes Tänzchen verbinden sehr schnell.
SO fängt alles an
Heute ist Zahltag auf der Coocamu Cooperative und so sind viele Bäuerinnen und Bauern vor Ort. Viele bringen gerade mit Fahrrädern, oder auf den Köpfen, schwere Säcke voll mit Kaffeekirschen. Wir sind direkt beim mehr als schweißtreibenden Antransport dabei: Ein Bauer beispielsweise hat sicherlich 30 Kilogramm „auf dem Kopf“, der Schweiß rinnt ihm über Nacken und Wangen, aber er sieht glücklich aus.
Es wird abgewogen, dann landen die roten und teils grünen Kirschen im Wasserbad, denn die guten bleiben am Boden, die schlechte Ware schwimmt oben. coffeekult macht hier vor Ort keine „Kontrolle“, wir wollen aber ganz genau wissen, wer denn die Farmer sind, wie gearbeitet wird und auch die heutige Lohnauszahlung zeigt uns wieder einmal: DIRECT TRADE zahlt sich für die Menschen vor Ort aus. Wir sehen unmittelbar, wo und wie viel Geld bei wem landet und dass die Bauern korrekt bezahlt werden. Das macht einen auch etwas stolz!
Für uns ist Kaffee kein anonymes Produkt, coffeekult will seinen Kundinnen und Kunden ganz genau zeigen, woher das Ursprungsprodukt kommt: von sehr engagierten Bäuerinnen und Bauern, die stolz auf ihr Produkt sind, aber kaum wissen, wie und wo es verarbeitet wird.
Time to say Good Bye Coocamu!
Es gibt für uns wieder ein unglaublich leckeres und in der Kooperative frisch zubereitetes Mittagessen, mit diesem typischen und schmackhaften Kiwusee-Fisch und wir enden unseren Besuch in der Coocamu Cooperative mit einem klassischen Gruppenfoto.
DANKE!
Der coffeekult-Kaffee aus Ruanda stammt von mehreren Kooperativen und so fahren wir weiter mit dem Boot und dann per Auto und in nur 30 Minuten erreichen wir im Rutsiro Distrikt die Bwishaza Kooperative. Hier gibt es knapp 600 Mitglieder.
Uns empfängt eine sehr quirlige Kooperative, denn an allen Ecken und Enden ist gerade etwas los. Wir sehen hier den ganzen Prozess der Kaffeeaufbereitung: es wird fleißig gewaschen und dann die Kaffeebohnen per Hand nach Qualitätskriterien aussortiert. Auf den Hochbeeten sind ganz frische Kaffeekirschen beim „Chillen“ in der Sonne, andere haben schon eine gewisse sommerliche Bräune eingefangen, sie liegen bereits seit 3 Wochen zum Trocknen auf.
coffeekult ist es ein Anliegen direkt mit den Arbeiterinnen und Arbeitern auf der Bwishaza Kooperative in Kontakt zu kommen, wir sind neugierig über ihre Sicht der Arbeit und ihre ganz persönliche Kaffee-Faszination. Eine Mitarbeiterin erzählt uns stolz, dass sie schon seit 9 Jahren hier mit dabei ist, also seit dem Start dieser Kooperative. Und Kaffee bekommen sie immer wieder vom Manager zum Verkosten, eine tolle Idee, wie wir finden!
Lets talk about coffee, Baby – lets talk about you and me!
In der Bwishaza Kooperative schauen wir uns die Bohnen-Verarbeitung an und lassen uns auch die Schätze im riesigen Lager zeigen. Natürlich lassen wir uns dabei auch gleich ein paar spannende Kaffee-Varietäten einpacken. Diese wollen wir für euch als „Sample“ erst einmal ausprobieren und damit dann in Zukunft – eventuell – gerne einmal überraschen!
BLOG-BEITRÄGE zur coffeekult Ruanda-Reise